Korrekt schreiben und gendern


Er war’s, er war’s – nein, sie war’s, sie war’s! Fragen wir doch die Zuschauer. Doch was ist mit den Zuschauerinnen? Oder fragen wir einfach alle Zuschauenden? “Geschickt gendern” ist eigentlich schon ein Widerspruch in sich. Denn wirklich geschickt ist es nie, wenn wir alles berücksichtigen und miteinbeziehen.

Was bedeutet “gendern”?

“Gender” bedeutet übersetzt “Geschlecht”. Im Zusammenhang von Texten und Schreiben bedeutet es, sowohl weibliche als auch männliche Personen gleichberechtigt anzusprechen und zu erwähnen. Wie also gehen wir um mit der Forderung nach Gleichberechtigung im Text? Sie ist verständlich und nachvollziehbar und sorgt dennoch oft für Stolpersteine in Textform, die einen flüssigen Text holprig und kantig erscheinen lassen. Für welche Variante man sich nun also entscheidet, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Dass es eine der Varianten sein muss, darüber gibt es je nach Textsorte, Textabsender und Leserschaft keinen Zweifel.

Richtig gendern: Die Möglichkeiten

Wenn wir von Zuschauern, Studenten oder Darstellern schreiben bzw. lesen, dann können zwar sehr wohl männliche und weibliche Personen gemeint sein. Es könnte aber auch sein, dass es eine homogene Gruppe aus durchweg männlichen Akteuren ist. Wie also können wir das unterscheiden? Und auch Frauen gleichberechtigt in den Text integrieren? Die häufigste Schreibweise ist die Paarform: Hier werden beide gleichmaßen angesprochen, zum Beispiel “Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter”. Doch nicht immer ist dafür genug Platz im Text.

Genderneutrale Sprache

Oft lässt sich das Problem umgehen, in dem man andere Wörter für die Personen sucht. “Fach-und Führungskräfte aus der Geschäftsführung, dem Marketings und dem Vertrieb” zum Beispiel machen deutlich, wie man genderneutral formulieren kann.
  • Zum Beispiel über ein Partizip im Plural: Studierende statt Studenten, Teilnehmende statt Teilnehmer, Mitarbeitende statt Mitarbeiter, Forschende statt Forschern.
  • Ausweichen auf einen neutralen Plural-Begriff: Wahlberechtigte statt Wähler, Interessierte statt Interessenten, Angestellte statt Mitarbeiter
  • Oder über neutrale Begriffe: Publikum statt Zuschauer, Redepult statt Rednerpult. Team oder Belegschaft sind weitere Beispiele für solche Begriffe. “Aus Sicht der Experten” kann zur “Sicht der Fachleute” werden
  • Oder neutrale Zusammensetzungen: Aus Managern und Abteilungsleitern werden Führungskräfte oder die Leitung der Marketingabteilung, aus Geschäftsführern wird die Geschäftsführung, aus Lehrern werden Lehrkräfte.
  • Ausweichen auf andere Formulierungen: Statt Herausgeber: xy können wir auch “herausgegeben von: xy” sagen. Statt “Aus der Sicht der Ärzte” kann “aus ärztlicher oder medinzinischer Sicht” werden.

Gendern mit Sternchen, Strich und Punkt

Eine weitere gängige Variante besteht darin, die maskuline und feminine Form eines Wortes in ein Wort zu verschmelzen. Statt Teilnehmer und Teilnehmerinnen liest man dann:
  • TeilnehmerInnen (sog. Binnen-I)
  • Teilnehmer*innen (Gendersternchen)
  • Teilnehmer_innen (Unterstich oder Gender-Gap)
  • Teilnehmer/innen und Teilnehmer/-innen (Schrägstrich, Dudenkonform)
  • Teilnehmer(innen) (Einklammerung – allerdings wird hier die weibliche Form weggeklammert, was eine Hierarchie mit sich bringt)
Welches Format man wählt, hängt von Geschmack und geplanter Textmenge ab. Oft hilft übrigens ein Stilmittel, das jedem Text ohnehin sehr gut steht: die direkte Anrede.Beispiel: Besucher müssen sich am Eingang melden → Bitte melden Sie sich am Eingang.

Zum Stöbern und Nachlesen: Das Genderwörterbuch

Gängige Schreibweisen, Tipps, Tricks und ein Genderwörterbuch sind hier zu finden: https://geschicktgendern.de/
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